Pranayama - Atemkontrolle

Pranayama ist Teil des Achtgliedrigen Pfads und bezeichnet die vielen Atemübungen, die zum Yoga dazugehören wie Mozart zu Salzburg. Im Wort steckt schon „Prana“, die Lebensenergie; „Ayama“ bedeutet Kontrolle und schon haben wir die Definition dieser Übungen. Der Atem wird bewusst verfolgt, kontrolliert, angeleitet, manchmal auch umgeleitet. 

Der Atem in Zahlen

Ein Erwachsener macht zwischen 12 und 18 Atemzügen in der Minute, Babys atmen 40- bis 50mal in der Minute. Wenn man sich anstrengt – etwa beim Sport – erhöht sich der Bedarf an Sauerstoff und damit auch die Frequenz unserer Atemzüge. 78 % der Atemluft ist Stickstoff, 21 % ist Sauerstoff, Wasserdampf und verschiedene Edelgase und 0,04 % sind Kohlendioxid. Den Wasserdampf sieht man gut bei Minusgraden im Freien als Atemwölkchen.  Das durchschnittliche Lungenvolumen umfasst 4000 bis 5000 Milliliter, unsere tägliche Atmung transportiert aber nur 500 Milliliter Luft (10 %) - aber das reicht und der Körper bekommt alles, was er braucht. Bei Müdigkeit oder in Stresssituationen kann eine vertiefte Atmung frische Energie und Ruhe bringen. 

Die Yoga-Praxis

Pranayama-Übungen können einerseits ausgleichen und beruhigen, andererseits auch aktivieren und anregen. Und wie immer gilt: Übung macht den Meister! Bei regelmäßigem Einsatz erhöht sich die Lungenkapazität und die tiefere Atmung wird ganz unbewusst in den Alltag integriert.  Bevor du eine neue Pranayama-Praxis versuchst, erkundige dich bei deinem Lehrer, ob sie für dich geeignet ist. Manche Übungen sind nicht gut bei Schwangerschaft oder hohem Blutdruck, andere solltest du in der Früh vor dem Frühstück machen, wenn Magen und Darm noch leer sind. Aber wenn du diese Grundregeln beachtest, wirst du bald die Vorteile dieser „Atemkontrolle“ lieben! 

Die wichtigsten Pranayamas

  • Bauchatmung
  • Ujjayi
  • Wechselatmung (Anuloma Viloma/Nadi Shodhanam)
  • Bhastrika (Blasebalg)
  • Bhramari (Bienensummen)
  • Sitali (herrlich im Sommer!)
  • Kapalabhati (Feueratmung)
  • Kumbhaka (Atempause)

Atem kann Streit lösen

Hast du das schon mal versucht? Wenn du im Megastress warst oder in einem Streit mit einer Freundin, dass du dich stoppst und bewusst ein- und ausatmest? Plötzlich löst sich was, die schwarze Wolke über dem Kopf wird heller und lichtet sich ganz, das Herz klopft langsamer und die ganze Situation wird schlagartig einfacher. Eben.